29März
2013

Die Werkstattabnahme der Sterngartl-Postkutsche

Die Postkutsche wurde nach alten Plänen und Gestaltung aus dem späten 19. Jahrhundert in traditioneller Art gefertigt.

Wir waren zu Viert in der Wagenwerkstatt Andrzejewski im polnischen Gostyn. Hier durften wir die fertig gestellte Postkutsche das erste Mal in all ihrer Pracht bestaunen und wir dürfen sagen das die Arbeit der Wagenwerkstatt ein prächtiges Stück an Postkutsche für uns hervorgebracht hat.

Eine wunderschön und mit Leder in bordeauxrot ausgeführte Kanzel, insgesamt 3 außenliegende Bänke für zusätzliche Fahrgäste, den Fahrer und die Beifahrer inklusive Gepäcksablage auf deren Dach und Stauraum in Form einer großen Gepäckskiste im hinteren Teil der Kutsche.

Die Postkutsche selbst ist in Dunkelgrün und Gelb gehalten, und geht in ihrer Bauform auf eine Vorlage aus dem späten 19. Jahrhundert zurück. Einzig die leistungsfähige hydraulische Scheibenbremsanlage ist ein Teil unserer modernen Zeit, alles andere an dieser Postkutsche wurde in Hand nach dieser historischen Vorlage und mit der gleichen überlieferten Handwerkskunst gefertigt. Wenn auch mit modernen Werkzeugen, dann ist die Fertigkeit der Kutschenbauer dieses Betriebes in jedem Detail der Kutsche wieder zu erkennen.

Da uns während dieser Abnahme in der Werkstatt, die übrigens keine Mängel aufwies, einfach ganz die Sprache weggeblieben ist hier die ersten Aufnahmen von der Sterngartl-Postkutsche:

Wussten Sie schon?

Schmiergeld

Das Schmiergeld war eine feste Gebühr bei einer Fahrt mit der Postkutsche die jeder Fahrgast zahlen musste, die üblich 12 Kreuzer ausmachte. Diese Gebühr diente für das Schmieren der Radlager der Postkutsche an jeder Poststation um damit ein Festfressen der Räder verhindert, was ein Fortkommen der Postkutsche behindern hätte können. Der Postkutscher war ein Staatsbeamter und für ihn war Bestechlichkeit unter Strafe verboten, somit er auch von einem Fahrgast kein Bestechungsgeld zur rascheren Fahrt annehmen durfte.